Sozialismus
Stellungnahme der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost
- Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost
- 26. September 2026

Seit dem Wahlsieg der Linkspartei in Berlin am 20.09. hat das Geschrei in Presse und Politik kaum aufgehört. Dass die Partei mit 25,7% stärkste Kraft wurde, trotz wochenlanger medialer Hetze gegen sie, hat im politischen Mainstream zu einer Kernschmelze geführt. Es ist ein gutes Zeichen, dass die Berliner:innen sich nicht von den altbekannten rassistischen „Antisemitismusdebatten“ täuschen ließen und für die längst überfällige Vergesellschaftung von Wohnraum stimmten – und angesichts der zunehmenden Polizeigewalt und Wohnungsnot auch kaum verwunderlich. Die Hysterie über die misslungene Hetzkampagne ist umso lauter: Der israelische Botschafter Prosor, für seine ständigen Einmischungen längst bekannt, sprach von einer „unmittelbaren Existenzgefahr“ für Jüdinnen und Juden in Berlin. Ehemalige Berliner Führungspersönlichkeiten der SPD riefen ihre Partei dazu auf, keine Koalition mit [...]
- Friedrich Engels
- 16. September 2026

„Es konnte mir nicht in den Sinn kommen, in das ‚Kapital‘ den landläufigen Jargon einzuführen, in welchem deutsche Ökonomen sich auszudrücken pflegen, jenes Kauderwelsch, worin z.B. derjenige, der sich für bare Zahlung von andern ihre Arbeit geben läßt, der Arbeitgeber heißt, und Arbeitnehmer derjenige, dessen Arbeit ihm für Lohn abgenommen wird. Auch im Französischen wird travail im gewöhnlichen Leben im Sinn von „Beschäftigung“ gebraucht. Mit Recht aber würden die Franzosen den Ökonomen für verrückt halten, der den Kapitalisten donneur de travail, und den Arbeiter receveur de travail nennen wollte.“ Quelle: Friedrich Engels, Vorwort zur dritten Auflage des „Kapital“ von Karl Marx, MEW, Bd. 23, S. 34; https://marx-wirklich-studieren.net/wp-content/uploads/2012/11/mew_band23.pdf; MEGA II/10: Das Kapital, 1. Band, Druckfassung 1890, S. 20: https://telota.bbaw.de/mega/ Foto: Friedrich [...]
25. August 1968: Offener Brief der überlebenden Gefangenen des KZ Ravensbrück aus der Tschechoslowakei zur Solidariität mit dem überfallenen Land
- Redaktion, KZ-Überlebende Tschechoslowakinnen aus Ravensbrück
- 23. August 2026

In diesem Jahr wurde die Erinnerung an den „Prager Frühling“ und seine brutale Niederschlagung durch die sowjetische Armee und den Warschauer Pakt von der linken Öffentlichkeit völlig ignoriert. Keine linke Zeitung erinnerte an diesen entscheidenden historischen Moment, als seit dem 21. August 1968 eine der wichtigsten sozialistischen Freiheitsbewegungen des Ostblocks brutal von sowjetischen Panzern unterdrückt wurde. In der Tschechoslowakei waren die Reformdebatten am weitesten forgeschritten, die – nach Chrustschows Enthüllungen von einigen Verbrechen Stalins auf dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 sowie besonders nach den Moskauer Ermutigungen zu Wirtschaftsreformen seit dem XXII. Parteitag der KPDSU 1961 – im Ostblock geführt wurden. In der ČSSR verbanden sich die zunächst technokratischen Debatten über Wirtschaftsreformen, wie sie in der Sowjetunion oder in der [...]
Norbert Kollenda ist tot
- Bernd Gehrke
- 5. Juli 2026

Unser Freund, Kollege und Genosse Norbert Kollenda ist tot. Er verstarb am 21. Juni 2026 nach einer Operation. Er gehörte zu den wenigen deutschen Linken, die sich Jahrzehnte lang systematisch und mit Verve für eine enge Zusammenarbeit zwischen deutschen und polnischen Linken engagierten. Durch dieses Engagement haben wir Norbert kennen und schätzen gelernt und mit ihm als AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost-West seit vielen Jahren zusammengearbeitet. Geboren wurde er am 30. Dezember, im Kriegsjahr 1941 in einer katholischen Familie im oberschlesischen Gleiwitz, der Stadt, die in die Geschichtsbücher einging, weil sie der Ort der inszenierten Provokation war, die Hitler-Deutschland 1939 den Vorwand für den Überfall auf Polen lieferte. Nach 1945 erlitt Norbert das Schicksal jener deutschen Familien in Schlesien, die [...]
- Christoph Jünke
- 8. Juni 2026

Aus der Sicht der Schule des sozialistischen Humanismus setzt sich der Historiker Christoph Jünke kritisch mit den langen Schatten auseinander, die der, das 20. Jahrhundert maßgeblich prägende, Stalinismus über den Tod seines Begründers J. W. Stalin hinaus bis in die Gegenwart wirft. Weil Christoph Jünke Stalinismus nicht nur als Politik Stalins fasst, sondern als System von Politik und Ideologie, erkennt er auch in intellektuellen wie praktischen Bewegungen der Linken im Westen wie in anderen Weltregionen stalinistische Charaktere. Die Redaktion In der Geschichte des 20. Jahrhunderts nimmt der Stalinismus einen herausragenden Platz ein. Aufgekommen als Begriff für die sowjetrussische Zeit unter Josef Stalin bezeichnet „Stalinismus“ zunächst und vor allem eine spezifisch historische Erscheinung – ein spezifisch gesellschaftspolitisches Herrschaftssystem mit seiner Gesellschaftsform [...]
- Renate Hürtgen
- 15. April 2026

Seit einigen Monaten findet in der SoZ eine Debatte über den Charakter der DDR statt. Ausgelöst hat diese Kontroverse ein Leserbrief von mir, in dem ich die Einschätzung von Angela Klein und Wolfgang Pomrehn scharf zurück gewiesen habe, die DDR sei eine reale Alternative zur Bundesrepublik gewesen, was sich auch darin zeige, dass der Westen bis heute die Erinnerung an diese Alternative zu ihr auslöschen wolle (SoZ 12/2025, S.2). Ich betone demgegenüber den stalinistischen Herrschafts- und Ausbeutungscharakter der DDR und behaupte, dass sich mit der „kalten Kriegslogik“ vom Kampf des Westens gegen den Osten die heutige Weltlage nicht erklären ließe (SoZ, 1/2026, S.20). Es folgte ein Leserbrief von Klaus Dallmer, offensichtlich die Haltung von Klein und Pomrehn unterstützend, der in [...]