Sozialismus

25. August 1968: Offener Brief der überlebenden Gefangenen des KZ Ravensbrück aus der Tschechoslowakei zur Solidariität mit dem überfallenen Land

In diesem Jahr wurde die Erinnerung an den „Prager Frühling“ und seine brutale Niederschlagung durch die sowjetische Armee und den Warschauer Pakt von der linken Öffentlichkeit völlig ignoriert. Keine linke Zeitung erinnerte an diesen entscheidenden historischen Moment, als seit dem 21. August 1968 eine der wichtigsten sozialistischen Freiheitsbewegungen des Ostblocks brutal von sowjetischen Panzern unterdrückt wurde. In der Tschechoslowakei waren die Reformdebatten am weitesten forgeschritten, die – nach Chrustschows Enthüllungen von einigen Verbrechen Stalins auf dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 sowie besonders nach den Moskauer Ermutigungen zu Wirtschaftsreformen seit dem XXII. Parteitag der KPDSU 1961 – im Ostblock geführt wurden. In der ČSSR verbanden sich die zunächst technokratischen Debatten über Wirtschaftsreformen, wie sie in der Sowjetunion oder in [...]

Unser Freund, Kollege und Genosse Norbert Kollenda ist tot. Er verstarb am 21. Juni 2026 nach einer Operation. Er gehörte zu den wenigen deutschen Linken, die sich Jahrzehnte lang systematisch und mit Verve für eine enge Zusammenarbeit zwischen deutschen und polnischen Linken engagierten. Durch dieses Engagement haben wir Norbert kennen und schätzen gelernt und mit ihm als AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost-West seit vielen Jahren zusammengearbeitet. Geboren wurde er am 30. Dezember, im Kriegsjahr 1941 in einer katholischen Familie im oberschlesischen Gleiwitz, der Stadt, die in die Geschichtsbücher einging, weil sie der Ort der inszenierten Provokation war, die Hitler-Deutschland 1939 den Vorwand für den Überfall auf Polen lieferte. Nach 1945 erlitt Norbert das Schicksal jener deutschen Familien in Schlesien, die [...]

Aus der Sicht der Schule des sozialistischen Humanismus setzt sich der Historiker Christoph Jünke kritisch mit den langen Schatten auseinander, die der, das 20. Jahrhundert maßgeblich prägende, Stalinismus über den Tod seines Begründers J. W. Stalin hinaus bis in die Gegenwart wirft. Weil Christoph Jünke Stalinismus nicht nur als Politik Stalins fasst, sondern als System von Politik und Ideologie, erkennt er auch in intellektuellen wie praktischen Bewegungen der Linken im Westen wie in anderen Weltregionen stalinistische Charaktere. Die Redaktion In der Geschichte des 20. Jahrhunderts nimmt der Stalinismus einen herausragenden Platz ein. Aufgekommen als Begriff für die sowjetrussische Zeit unter Josef Stalin bezeichnet „Stalinismus“ zunächst und vor allem eine spezifisch historische Erscheinung – ein spezifisch gesellschaftspolitisches Herrschaftssystem mit seiner Gesellschaftsform [...]

Seit einigen Monaten findet in der SoZ eine Debatte über den Charakter der DDR statt. Ausgelöst hat diese Kontroverse ein Leserbrief von mir, in dem ich die Einschätzung von Angela Klein und Wolfgang Pomrehn scharf zurück gewiesen habe, die DDR sei eine reale Alternative zur Bundesrepublik gewesen, was sich auch darin zeige, dass der Westen bis heute die Erinnerung an diese Alternative zu ihr auslöschen wolle (SoZ 12/2025, S.2). Ich betone demgegenüber den stalinistischen Herrschafts- und Ausbeutungscharakter der DDR und behaupte, dass sich mit der „kalten Kriegslogik“ vom Kampf des Westens gegen den Osten die heutige Weltlage nicht erklären ließe (SoZ, 1/2026, S.20). Es folgte ein Leserbrief von Klaus Dallmer, offensichtlich die Haltung von Klein und Pomrehn unterstützend, der in [...]

Vor 85 Jahren versank die Welt in die „Mitternacht des Jahrhunderts“ (Victor Serge). Mit dem Überfall Hitlers auf Polen, dem Stalin nach zwei Wochen folgte – offiziell mit dem Schutz der dort lebenden ukrainischen und belarusischen „Brüder“ begründet –, begann der Zweite Weltkrieg. Eine entscheidende Weichenstellung für diese unheilvolle Entwicklung war der Abschluss des Stalin-Hitler-Paktes in der Nacht vom 23. auf den 24. August 1939, der das Schicksal von Staaten, Nationen, Minderheiten und Hitler- wie Stalingegnern maßgeblich bestimmte, den Antifaschismus pervertierte und die linke Solidarität der Arbeiterbewegung definitiv zerstörte. Das angeblich dem Frieden dienende Abkommen zeigt, wie deutsch-russische Beziehungen in der Katastrophe enden können. Angesichts des allseits beschworenen Fortschrittsglaubens und des „inneren Verrats“ der Politik richtete der „Engel der Geschichte“ [...]

Demokratische Sozialist:innen wurden in New York City und Seattle zu Bürgermeister:innen gewählt Peter Dreier zeigt, weshalb Am 22. November 2025 veröffentlichte die plural-linke US-Onlinezeitschrift Portside einen Artikel von Peter Dreier über die Wahl der Bürgermeister:innen von New York City und Seattle. Angesichts der fast täglichen Schreckensmeldungen über die faschistoiden Attacken des Weißen Hauses auf die Institutionen der bürgerlichen Demokratie in den USA und sein offen brutal-imperialistisches Agieren in der Weltpolitik, enthält der Artikel Dreiers eine Fülle von Informationen über die Geschichte des demokratischen Sozialismus in den Staaten und über seinen aktuellen Aufschwung, die in der deutschen Linken weitgehend unbekannt sind. Zudem sind sie geeignet, Hoffnungen auf einen wachsenden Widerstand in den USA gegen das Trump-Regime zu machen. Zu diesen Hoffnung [...]

In diesem Archiv befinden sich umfangreiche Dokumentationen zu diesem Thema