Blog
Emanzipation & Geschichte
Bundesministerium des Innern darf Jüdische Stimme nicht mehr im Verfassungsschutzbericht 2024 als gesichert extremistisch nennen
- Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost
- 2. Mai 2026

Am Morgen des 27 April 2026 standen sich Vertreter*innen der Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V. und des Bundesministeriums des Innern am Verwaltungsgericht in der Kirchstraße in Berlin gegenüber um über die Rechtmäßigkeit der Nennung der Jüdischen Stimme im Verfassungsschutzbericht 2024 als gesichert extremistische Organisation zu verhandeln. Die mündliche Verhandlung fand im Rahmen eines Eilverfahrens seitens der Jüdischen stimme gegen das Bundesministerium statt. Nach einer sechsstündigen Verhandlung urteilte die Kammer, dass der Verein Jüdische Stimme e.V. im Verfassungsschutzbericht für 2024 nicht als gesichert extremistisch genannt werden darf. Eine mögliche Ablehnung des Existenzrechts Israels verstoße nicht gegen den Gedanken der Völkerverständigung und stelle keinen Aufruf zur Gewalt dar, sei also nicht als extremistisch zu bewerten. Die im Juni 2025 [...]
Auch wir klagen gegen den Inlandsgeheimdienst!
- Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost
- 16. April 2026

Wie auch BDS Berlin, Thawra Hamburg und ELSC gehen wir gegen die politische Verfolgung durch Deutschlands Inlandsgeheimdienst vor, der sich selbst beschönigend Verfassungsschutz benennt. In seinem 2025 veröffentlichten Bericht für 2024 nannte er die Jüdische Stimme, sowie andere pro-palästinensische Gruppen als “gesichert extremistisch”. Auf dieser Grundlage nehmen sich staatliche Sicherheitsdienste heraus, uns umfassend zu beobachten, unser Recht auf Privatsphäre massiv einzuschränken und Informationen zu sammeln, anhand derer wir weiter kriminalisiert werden. Dies hat auch Konsequenzen auf individueller Ebene: Einige Mitglieder der Jüdischen Stimme sind ausgetreten, um Einbürgerungsverfahren nicht zu gefährden bzw. ihren Arbeitsplatz im öffentlichen Dienst nicht aufs Spiel zu setzten. Gesetze, die Beruf und Staatsbürgerschaft aufgrund der Zugehörigkeit zu einem jüdischen Kollektiv einschränken, waren ein Teil des rassistischen Programms [...]
- Renate Hürtgen
- 15. April 2026

Seit einigen Monaten findet in der SoZ eine Debatte über den Charakter der DDR statt. Ausgelöst hat diese Kontroverse ein Leserbrief von mir, in dem ich die Einschätzung von Angela Klein und Wolfgang Pomrehn scharf zurück gewiesen habe, die DDR sei eine reale Alternative zur Bundesrepublik gewesen, was sich auch darin zeige, dass der Westen bis heute die Erinnerung an diese Alternative zu ihr auslöschen wolle (SoZ 12/2025, S.2). Ich betone demgegenüber den stalinistischen Herrschafts- und Ausbeutungscharakter der DDR und behaupte, dass sich mit der „kalten Kriegslogik“ vom Kampf des Westens gegen den Osten die heutige Weltlage nicht erklären ließe (SoZ, 1/2026, S.20). Es folgte ein Leserbrief von Klaus Dallmer, offensichtlich die Haltung von Klein und Pomrehn unterstützend, der in [...]
- Georgij Birger
- 10. April 2026

Wie würde die russische Außenpolitik nach einem Friedensvertrag mit der Ukraine aussehen? Und was würde ein solches Abkommen für die Zukunft Russlands und seiner Nachbarländer bedeuten? Der Journalist und Forscher Georgij Birger, Initiator des Projekts „Playing Civilization“, findet zutiefst beunruhigende Antworten im Konzept der „Insel Russland“ – auf den ersten Blick eine der friedlichsten Ideen im geopolitischen Diskurs Russlands [Vorbemerkung der Redaktion Posle] Russlands groß angelegte Invasion der Ukraine hat erneut die Grenzen dessen eingeengt, was im innenpolitischen Diskurs des Landes zulässig ist. Ein bezeichnendes Beispiel hierfür ist Gosudarstwo, eine wissenschaftliche Zeitschrift, die die RANEPA – die Russische Präsidialakademie für Volkswirtschaft und öffentliche Verwaltung – seit August 2025 herausgibt. Georgij Birger ist ein russischer Journalist, Medienanalyst und Autor, der seit [...]
Russland bot 2017 Präsident Puigdemont 10.000 Soldaten an für eine gewaltsame Sezession Kataloniens
- Bernd Gehrke
- 8. April 2026

Manche deutschen Linken bezweifeln noch immer die Aggressivität des reaktionären Putin-Regimes in Russland und die Notwendigkeit, demokratische Freiheiten in Europa dagegen zu verteidigen. Die nationalistische Mittelstandspolitikerin Sarah Wagenknecht bezweifelt sogar die Existenz Putin-russischer Sabotage-Aktionen auf die westeuropäische Infrastruktur, wie die Paket-Brände in Deutschland und anderswo oder die Drohnen-Attacken auf europäische Flughäfen. In Polen wurde freilich gerichtsnotorisch der terroristische Angriff russischer Agenten auf die polnische Eisenbahn festgestellt. Eine neue Dokumentation auf ARTE enthüllt jetzt einem breiteren deutschen Publikum eine noch viel weiter gehende Attacke des Putin-Regimes auf die bürgerlichen Demokratien Europas. 2017: In Spanien eskalierte der Konflikt um Autonomie oder Sezession Kataloniens aus dem Spanischen Staat. Die deutsche Linke war über deren Unterstützung gespalten. Die neue ARTE-Dokumentation schildert einen Aspekt, der [...]
8. März 2026: Blick zurück in einen Aufbruch
- Renate Hürtgen
- 8. März 2026

„Eigentlich bin ich stolz darauf, dass ich das überhaupt so gepackt habe, dass ich diesen Übergang so geschafft habe so emotional, wie ich eigentlich gebunden war an die ehemalige DDRund an die Sicherheit, die ich da hatte (lacht). Dass ich meine Kinder über die Runden kriege, und alles in die Reihe kriege. Ich bin eigentlich sehr stolz drauf, dass ich das geschafft habe mit den beiden Kindern, dass ichs noch mal geschafft habe, mir nochmal Neues anzueignen, auch damit umzugehn, und da immer noch Reserven habe in der Durchsetzung. (…) Ja doch, dass ich den Übergang geschafft habe, von einer Gesellschafft in die andere. (…) Ich weiß auch nicht. Ich bin eigentlich ein sehr zurückhaltender Mensch und habe bisher auch [...]
- Andriy Movchan
- 1. März 2026

“Russlands Verteidigungskrieg gegen die NATO-Erweiterung”, ist ein Glaubenssatz, der für viele westliche Linke fast schon zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist. Dieser Glaubenssatz erlaubt es praktisch und bequem sowohl die Handlungen Russlands zu rationalisieren als auch die Kritik an den eigenen Regierungen zu radikalisieren. Aber welche Rolle spricht Putin sich selbst bei der angeblichen von der NATO ausgehenden Gefahr zu? Eine genauere Betrachtung seiner Schlüsselreden zeigt, dass Putin ausdrücklich alle Gefahren leugnet, die von einem Angriff der NATO auf Russland ausgehen könnten. Stattdessen liegen seine Aufmerksamkeit und Leidenschaft auf der Frage der grundlegenden „historischen Gerechtigkeit“. Putin entstaubt Jahrtausende alte Chroniken, um seine reaktionäre Utopie vom historischen Besitzanspruch Russlands auf die Ukraine zu untermauern. Hier geht es um den unterschätztesten Grund dieses [...]
Ein Gespräch mit Kieran Knutson, Präsident der Communications Workers of America (CWA) Local 7250 in Minneapolis
- Chris Mills Rodrigo
- 31. Januar 2026

Die US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) und die Grenzpolizei haben vor fast zwei Monaten die „Operation Metro Surge“ gestartet, die sich gegen die Twin Cities [Doppelstadt Minneapolis-Saint Paul] richtet. Seitdem haben sie Renee Good und Alex Pretti das Leben genommen und die Gemeinschaften von Einwander:innen in Minnesota terrorisiert.Der massive Einsatz von Agenten der Einwanderungsbehörde in Minneapolis und Saint Paul stieß auf eine unglaubliche Reaktion der Gemeinschaft. Die Nachbarn haben sich zusammengeschlossen, um komplexe Schnellreaktionsnetzwerke aufzubauen, um die ICE zu verfolgen und gefährdete Menschen zu benachrichtigen, Einwander:innenfamilien mit starken Netzwerken der gegenseitigen Hilfe zu versorgen und zu schützen und ihren Widerstand gegen diese regelrechte Invasion durch die Bundesbehörden deutlich sichtbar zu machen.Am vergangenen Freitag organisierten Gewerkschaften, Glaubensgemeinschaften und Organisationen der Nachbarschaftsgemeinschaft einen [...]
- Netzwerk DEBANKING STOPPEN
- 12. Januar 2026

Der AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost-West unterstützt diesen Protest und hat den Offenen Brief inzwischen ebenfalls unterschrieben Offener Brief Sehr geehrte Aysel Osmanoglu, sehr geehrter Dirk Kannacher, sehr geehrte Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat der GLS Gemeinschaftsbank eG, mit Schrecken haben wir die Kündigung von Konten mehrerer zivilgesellschaftlicher Organisationen durch unsere Bank zur Kenntnis genommen. Nach Veröffentlichung Ihrer Stellungnahme vom 24.12.2025 möchten wir uns als Netzwerk von Genossenschaftsmitgliedern, Kund*innen und solidarischen Personen an Sie wenden, um deutlich zu machen, dass durch dieses Vorgehen ein drastischer Vertrauensverlust in unsere Bank droht. Für betroffene Organisationen wie die Rote Hilfe e.V., die DKP und das Anarchist Black Cross Dresden bedeutet der Verlust des Bankkontos nicht nur einen „sehr harten Einschnitt“ (gls.de/stellungnahme), sondern die [...]
- Bernhard H. Bayerlein
- 28. Dezember 2025

Vor 85 Jahren versank die Welt in die „Mitternacht des Jahrhunderts“ (Victor Serge). Mit dem Überfall Hitlers auf Polen, dem Stalin nach zwei Wochen folgte – offiziell mit dem Schutz der dort lebenden ukrainischen und belarusischen „Brüder“ begründet –, begann der Zweite Weltkrieg. Eine entscheidende Weichenstellung für diese unheilvolle Entwicklung war der Abschluss des Stalin-Hitler-Paktes in der Nacht vom 23. auf den 24. August 1939, der das Schicksal von Staaten, Nationen, Minderheiten und Hitler- wie Stalingegnern maßgeblich bestimmte, den Antifaschismus pervertierte und die linke Solidarität der Arbeiterbewegung definitiv zerstörte. Das angeblich dem Frieden dienende Abkommen zeigt, wie deutsch-russische Beziehungen in der Katastrophe enden können. Angesichts des allseits beschworenen Fortschrittsglaubens und des „inneren Verrats“ der Politik richtete der „Engel der Geschichte“ [...]