Bernd Gehrke
25. August 1968: Offener Brief der überlebenden Gefangenen des KZ Ravensbrück aus der Tschechoslowakei zur Solidariität mit dem überfallenen Land
- Redaktion, KZ-Überlebende Tschechoslowakinnen aus Ravensbrück
- 23. August 2026

In diesem Jahr wurde die Erinnerung an den „Prager Frühling“ und seine brutale Niederschlagung durch die sowjetische Armee und den Warschauer Pakt von der linken Öffentlichkeit völlig ignoriert. Keine linke Zeitung erinnerte an diesen entscheidenden historischen Moment, als seit dem 21. August 1968 eine der wichtigsten sozialistischen Freiheitsbewegungen des Ostblocks brutal von sowjetischen Panzern unterdrückt wurde. In der Tschechoslowakei waren die Reformdebatten am weitesten forgeschritten, die – nach Chrustschows Enthüllungen von einigen Verbrechen Stalins auf dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 sowie besonders nach den Moskauer Ermutigungen zu Wirtschaftsreformen seit dem XXII. Parteitag der KPDSU 1961 – im Ostblock geführt wurden. In der ČSSR verbanden sich die zunächst technokratischen Debatten über Wirtschaftsreformen, wie sie in der Sowjetunion oder in [...]
- Bernd Gehrke
- 14. August 2026

Es sind nur wenige Wochen bis zu den Landtagswahlen in Ostdeutschland – und noch immer steht die AfD in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern in Meinungsumfragen an der Spitze der Gunst der Wählerinnen und Wähler. Insbesondere Sachsen-Anhalt ist im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, weil hier die AfD die Chance hat, eine Alleinregierung zu bilden. Seitdem die AfD Sachsen-Anhalts im April auf ihrem Magdeburger Parteitag ihr Wahlprogramm als Regierungsprogramm veröffentlichte, wird in der Öffentlichkeit vor allem über deren kultur- und migrationspolitische Ziele diskutiert. Inzwischen wurden jedoch auch sicherheitspolitische Fragen von der Gewerkschaft der Polizei (GdP), über die Bundesinnenministerkonferenz bis zum Verteidigungsministerium für den Fall aufgeworfen, dass ein AfD-Innenminister ins Amt käme. Es ist kein Zufall, dass gerade sicherheitspolitische Fragen in den Fokus geraten. Den [...]
Der Völkermord an Sinti und Roma
- Bundeszentrale für politische Bildung, Zentralrat Deutscher Sinti und Roma
- 5. August 2026

Das Bild zeigt die Deportation von Sinti und Roma 1940 aus Stuttgart ins Konzentrationslager. Wer von Auschwitz hört oder an Auschwitz denkt, denkt üblicher Weise an die fabrikmäßige Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden. Das monströse Vorhaben der deutschen Nazis, etwa 11 Millionen Jüdinnen und Juden Europas zu töten, lässt zurecht erschaudern und den Blick auf sie fokussieren. Doch wer an Auschwitz denkt und ausschließlich an jüdische Opfer der Nazis, denkt zu eng und zu kurzschlüssig. Denn Auschwitz war weit mehr, als eine Vernichtungsmaschine für Jüdinnen und Juden. Auschwitz war auch eine Vernichtungsmaschine für andere Personengruppen. Und: Auschwitz war ein Komplex von drei Lagern und bestand nicht nur aus dem Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Ebenso dazu gehörte das ursprüngliche Konzentrationslager Auschwitz I, [...]
- Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma
- 4. August 2026

In der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau wurde am 2. August 2026 an die Ermordung der Angehörigen der Sinti und Roma im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau vor 82 Jahren erinnert. In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden 4300 Sinti und Roma, überwiegend ältere und kranke Menschen sowie Kinder, von der SS gegen ihren erbitterten Widerstand in die Gaskammern von Auschwitz getrieben. Das Europäische Parlament hatte im Jahr 2015 den 2. August zur Erinnerung an die 500.000 Angehörigen der Minderheit, die im NS-besetzten Europa ermordet wurden, zum Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma, erklärt Auch deshalb hat eine international besetzte Delegation des Europarates an der Veranstaltung teilgenommen. Auf dem Weg zur Gedenkveranstaltung in Auschwitz-Birkenau: Istvan Gyöngyösi, Abgeordneter des ungarischen Parlaments, Krisztian Köszegi, [...]
- Komitee für Grundrechte und Demokratie e. V.
- 16. Juli 2026

Obwohl die Polizei ihr formuliertes Einsatzziel mit dem pünktlichen Beginn des Parteitages bereits weitestgehend erreicht hatte, hielt sie die einschränkenden Maßnahmen lange aufrecht. Trotz insgesamt ruhiger Lage demonstrierte die Polizei vielerorts ihre Macht durch Willkür und Gewalt. Neben einem überdimensionierten Polizeieinsatz kam es zu Bedrohungen durch rechte Livestreamer und aggressive Anwohnende. Zugleich unterstützte die Erfurter Stadtgesellschaft die Proteste gegen die AfD sehr breit und beteiligte sich auf vielfältige Weise. Als Komitee für Grundrechte und Demokratie waren wir am Samstag, den 4. Juli 2026, mit 17 Demo-Beobachter*innen mit Autos, Fahrrädern und zu Fuß in mehreren Teams unterwegs. Wir haben sowohl in der Innenstadt, als auch um Erfurt herum auf den Zufahrtsstraßen und bei Protestblockaden den Umgang mit Versammlungsfreiheit und Versammlungsteilnehmer*innen beobachtet [...]
Norbert Kollenda ist tot
- Bernd Gehrke
- 5. Juli 2026

Unser Freund, Kollege und Genosse Norbert Kollenda ist tot. Er verstarb am 21. Juni 2026 nach einer Operation. Er gehörte zu den wenigen deutschen Linken, die sich Jahrzehnte lang systematisch und mit Verve für eine enge Zusammenarbeit zwischen deutschen und polnischen Linken engagierten. Durch dieses Engagement haben wir Norbert kennen und schätzen gelernt und mit ihm als AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost-West seit vielen Jahren zusammengearbeitet. Geboren wurde er am 30. Dezember, im Kriegsjahr 1941 in einer katholischen Familie im oberschlesischen Gleiwitz, der Stadt, die in die Geschichtsbücher einging, weil sie der Ort der inszenierten Provokation war, die Hitler-Deutschland 1939 den Vorwand für den Überfall auf Polen lieferte. Nach 1945 erlitt Norbert das Schicksal jener deutschen Familien in Schlesien, die [...]