(Anti)Faschismus
- Bernd Gehrke
- 14. August 2026

Es sind nur wenige Wochen bis zu den Landtagswahlen in Ostdeutschland – und noch immer steht die AfD in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern in Meinungsumfragen an der Spitze der Gunst der Wählerinnen und Wähler. Insbesondere Sachsen-Anhalt ist im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, weil hier die AfD die Chance hat, eine Alleinregierung zu bilden. Seitdem die AfD Sachsen-Anhalts im April auf ihrem Magdeburger Parteitag ihr Wahlprogramm als Regierungsprogramm veröffentlichte, wird in der Öffentlichkeit vor allem über deren kultur- und migrationspolitische Ziele diskutiert. Inzwischen wurden jedoch auch sicherheitspolitische Fragen von der Gewerkschaft der Polizei (GdP), über die Bundesinnenministerkonferenz bis zum Verteidigungsministerium für den Fall aufgeworfen, dass ein AfD-Innenminister ins Amt käme. Es ist kein Zufall, dass gerade sicherheitspolitische Fragen in den Fokus geraten. Den [...]
Der Völkermord an Sinti und Roma
- Bundeszentrale für politische Bildung, Zentralrat Deutscher Sinti und Roma
- 5. August 2026

Das Bild zeigt die Deportation von Sinti und Roma 1940 aus Stuttgart ins Konzentrationslager. Wer von Auschwitz hört oder an Auschwitz denkt, denkt üblicher Weise an die fabrikmäßige Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden. Das monströse Vorhaben der deutschen Nazis, etwa 11 Millionen Jüdinnen und Juden Europas zu töten, lässt zurecht erschaudern und den Blick auf sie fokussieren. Doch wer an Auschwitz denkt und ausschließlich an jüdische Opfer der Nazis, denkt zu eng und zu kurzschlüssig. Denn Auschwitz war weit mehr, als eine Vernichtungsmaschine für Jüdinnen und Juden. Auschwitz war auch eine Vernichtungsmaschine für andere Personengruppen. Und: Auschwitz war ein Komplex von drei Lagern und bestand nicht nur aus dem Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Ebenso dazu gehörte das ursprüngliche Konzentrationslager Auschwitz I, [...]
- Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma
- 4. August 2026

In der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau wurde am 2. August 2026 an die Ermordung der Angehörigen der Sinti und Roma im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau vor 82 Jahren erinnert. In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden 4300 Sinti und Roma, überwiegend ältere und kranke Menschen sowie Kinder, von der SS gegen ihren erbitterten Widerstand in die Gaskammern von Auschwitz getrieben. Das Europäische Parlament hatte im Jahr 2015 den 2. August zur Erinnerung an die 500.000 Angehörigen der Minderheit, die im NS-besetzten Europa ermordet wurden, zum Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma, erklärt Auch deshalb hat eine international besetzte Delegation des Europarates an der Veranstaltung teilgenommen. Auf dem Weg zur Gedenkveranstaltung in Auschwitz-Birkenau: Istvan Gyöngyösi, Abgeordneter des ungarischen Parlaments, Krisztian Köszegi, [...]
- Komitee für Grundrechte und Demokratie e. V.
- 16. Juli 2026

Obwohl die Polizei ihr formuliertes Einsatzziel mit dem pünktlichen Beginn des Parteitages bereits weitestgehend erreicht hatte, hielt sie die einschränkenden Maßnahmen lange aufrecht. Trotz insgesamt ruhiger Lage demonstrierte die Polizei vielerorts ihre Macht durch Willkür und Gewalt. Neben einem überdimensionierten Polizeieinsatz kam es zu Bedrohungen durch rechte Livestreamer und aggressive Anwohnende. Zugleich unterstützte die Erfurter Stadtgesellschaft die Proteste gegen die AfD sehr breit und beteiligte sich auf vielfältige Weise. Als Komitee für Grundrechte und Demokratie waren wir am Samstag, den 4. Juli 2026, mit 17 Demo-Beobachter*innen mit Autos, Fahrrädern und zu Fuß in mehreren Teams unterwegs. Wir haben sowohl in der Innenstadt, als auch um Erfurt herum auf den Zufahrtsstraßen und bei Protestblockaden den Umgang mit Versammlungsfreiheit und Versammlungsteilnehmer*innen beobachtet [...]
Der Ex-Insider Tucker Carlson holt aus: Ist Trump unter dem Druck proisraelischer Neocons in den Iran-Krieg gezogen?
- Bernd Gehrke
- 6. Mai 2026

Der rechtsradikale Verschwörungstheoretiker, Klimaleugner und ehemalige VOX-Journalist Tucker Carlson, in Deutschland einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden durch sein Interview mit Wladimir Putin, war einst der lautstärkste und verlässlichste Unterstützer Donald Trumps und gehörte zu dessen engstem Umfeld. Durch den Iran-Krieg wurde er vom Trump-Einpeitscher zum MAGA-Dissidenten. Als Donald Trump dann noch von der „Vernichtung der Zivilisation“ des Iran sprach, machte er seinen Bruch mit Trump öffentlich. Jetzt legte er nach: In einem Interview mit der New York Times vom 2. Mai 2026 äußerte er bemerkenswerte Deutungen der Gründe Trumps, den Iran zu überfallen. Carlsons Aussagen zeichnen das Bild eines Präsidenten, der zwar wusste, dass ein militärischer Schlag gegen den Iran seine politische Zukunft gefährden würde, der sich aber dennoch zu [...]
Bundesministerium des Innern darf Jüdische Stimme nicht mehr im Verfassungsschutzbericht 2024 als gesichert extremistisch nennen
- Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost
- 2. Mai 2026

Am Morgen des 27 April 2026 standen sich Vertreter*innen der Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e.V. und des Bundesministeriums des Innern am Verwaltungsgericht in der Kirchstraße in Berlin gegenüber um über die Rechtmäßigkeit der Nennung der Jüdischen Stimme im Verfassungsschutzbericht 2024 als gesichert extremistische Organisation zu verhandeln. Die mündliche Verhandlung fand im Rahmen eines Eilverfahrens seitens der Jüdischen stimme gegen das Bundesministerium statt. Nach einer sechsstündigen Verhandlung urteilte die Kammer, dass der Verein Jüdische Stimme e.V. im Verfassungsschutzbericht für 2024 nicht als gesichert extremistisch genannt werden darf. Eine mögliche Ablehnung des Existenzrechts Israels verstoße nicht gegen den Gedanken der Völkerverständigung und stelle keinen Aufruf zur Gewalt dar, sei also nicht als extremistisch zu bewerten. Die im Juni 2025 [...]