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Emanzipation & Geschichte

Wir verurteilen den am 24. Februar 2022 begonnenen Angriffskrieg der Russländischen Föderation gegen die unabhängige Ukraine auf das Schärfste. Dieser völkerrechtswidrige Krieg dient allein der Wiederherstellung eines reaktionären Großrussischen Imperiums in den Traditionen von Zarismus und Stalinismus. Die Leugnung der staatlichen Eigenständigkeit der Ukraine durch den russischen Autokraten Putin, die bis in die Gegenwart nicht erfolgte Anerkennung der Ungültigkeit des Hitler-Stalin-Pakts und der darauf gegründeten gewaltsamen Eroberungen durch die Sowjetunion sowie die Unterdrückung von politischer Opposition und Zivilgesellschaft innerhalb der Russländischen Föderation heute machen die Zielstellung dieses reaktionären Angriffskrieges überdeutlich: Dem Putin-Regime geht es nicht nur um die Abwehr der NATO im Überlebenskampf des reaktionären fossil-industriellen Renten-Kapitalismus Russlands in der Konkurrenz der kapitalistischen Weltmächte. Es geht ihm mehr noch um [...]

Vom schwierigen Versuch, eine Antwort zu finden und ein Vorschlag, dem Charakter der DDR auf die Spur zu kommen

Teaser: Die Herausgeber*innen haben eine Frage gestellt, die irritiert; sie impliziert Annahmen über die DDR, die zunächst einmal überprüft werden müssten. Im Beitrag wird dies in aller Kürze versucht: Die Annahmen werden als fragwürdig befunden, um im Anschluss daran einen Fragenkatalog zu entwickeln, mit dem der Charakter der DDR-Gesellschaft aufgedeckt und die innere Logik ihrer eigentümlichen Beziehungen beschrieben werden können. Erst im Ergebnis einer solchen Analyse zeigte sich, ob mit der Übernahme sämtlicher Verfügungen über die Produktion und Verteilung der Ressourcen durch den Staat die Herrschaft einer Minderheit über die Mehrheit in der DDR aufgehoben war, ob tatsächlich ein Schritt in Richtung einer Vergesellschaftung vollzogen worden ist, in der sich keine individuelle oder kollektive private Aneignung von Wenigen reproduzieren konnte, [...]

Ökosozialistische Antworten auf die Klimakrise brauchen eine Reflexion der Geschichte von Planwirtschaften

Mit ihrem Artikel »Mit Plan gegen die Klimakrise« haben Philipp Broistedt und Christian Hofmann (ak 658) verdientermaßen deutlich gemacht, dass die anstehende Klimakatastrophe mit den Mitteln markt- und kapitalförmiger Regulation nicht verhindert werden kann. Richtigerweise haben sie darauf hingewiesen, dass angesichts der Kürze der verbleibenden Zeit, in der die Menschheit noch regulierend in die Prozesse der Klimaerhitzung einzugreifen vermag, realistisch denkende bürgerliche Ökonom*innen heute bereits über die Notwendigkeit von Notstandsmaßnahmen und Kriegswirtschaft diskutieren. Die Autoren machen die Dringlichkeit einer linken Alternative zu den marktförmigen Instrumenten als Antworten auf die Klimakrise deutlich. Worin besteht nun die von ihnen formulierte ökonomische Alternative? »In letzter Instanz« ginge es um die Überwindung der Anarchie der kapitalistischen Produktion, die durch die Wert- und Warenform der [...]

Obgleich Ostdeutschland in den Jahren 1990 bis 1994 eine Welle massiver sozialer Kämpfe von abhängig Beschäftigten, Erwerbslosen, Mieter*innen, Grundstückseigentümer*innen und Kleingärtner*innen erlebte, sind die Erinnerungen daran fast völlig aus dem kulturellen Gedächtnis verschwunden. Das betrifft vor allem die von Belegschaften, Betriebs- und Personal rät*innen sowie regionalen Gewerk schaften geführten Kämpfe gegen die Treuhandpolitik, welche – neben den von DGB-Gewerkschaften geführten großen Streiks zur Lohn- und Tarifanpassung von Ost an West – hundert tausende Ostdeutsche mobilisierten. Diese Widerstandsaktionen fanden nahezu flächendeckend statt und erfassten große wie kleine Betriebe. Sie gehören zu den großen sozialen Kämpfen auf dem Gebiet des heutigen Ostdeutschlands. Mit der Ankündigung großflächiger Privatisierungen und Massenentlassungen durch die Treuhandanstalt entstand Ende 1990 aus bis dahin nur vereinzelten Belegschaftsprotesten, wie [...]

Offener Brief an die Bank für Sozialwirtschaft Weg mit dieser Schande! Kinder und Enkel der Nazi-Täter/innen selektieren wieder Jüdinnen und Juden! Ich protestiere gegen die Konto-Schließung der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost Sehr geehrter Herr Prof. Schmitz, sehr geehrte Frau Rüth, wie ich der Berichterstattung der Tageszeitung TAZ vom 20. Juni 2019 entnommen habe, hat die Bank für Sozialwirtschaft der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost das Konto bei Ihrer Bank gekündigt. Wenn eine deutsche Bank einer jüdischen Organisation das Konto kündigt, kann das nicht anders bezeichnet werden als eine neue deutsche Schande! Wenn diese jüdische Organisation obendrein noch eine Organisation ist, die sich mit friedlichen Mitteln für die Einhaltung und Verwirklichung von Menschen- und Bürgerrechten einsetzt [...]

Nach über zwei Jahren veröffentlichte die Redaktion der Rote-Hilfe-Zeitung infolge heftiger Auseinandersetzungen und Austritte insbesondere im Osten eine lang geforderte kritische Antwort auf die Ausgabe Nr. 4/2016. In dieser Ausgabe zur „Siegerjustiz“ in der BRD wurden die Vertreter_innen des SED-Apparates zur Unterdrückung der DDR-Bevölkerung zu armen „Opfern“ stilisiert. Im Heft 1/2019 erschienen nun zum Themenschwerpunkt „Repression gegen linke Oppositionelle in der DDR“ elf Beiträge, die die Repression gegen Linke innerhalb und außerhalb der KPD/SED und gegen emanzipatorische Bewegungen in verschiedenen Jahrzehnten der DDR beschreiben. Die Autor_innen sind Mitglieder und Sympathisant_innen der Roten Hilfe. Insgesamt drückt der Themenschwerpunkt den Stand linker Aufarbeitung von Repression in der DDR aus, wie er auch unter Historiker_innen im Umfeld der Linkspartei vorhanden ist. Artikel, die [...]

Marx, die Wirtschaftsgeschichte des Kapitalismus und eine „formell-kommunistische Produktionsweise“ ohne Formbestimmung? Anmerkungen zu einem Artikel von Thomas Kuczynski

Dankenswerter Weise hat es Thomas Kuczynski unternommen, Entstehung und Untergang der aus der russischen Revolution hervorgegangenen Gesellschaften des „Realsozialismus“ in den Kontext der von Marx dargestellten Entwicklungsgeschichte des Kapitalismus zu stellen. Damit hat er einen völlig anderen Ansatz gewählt, als die Akteurs- und Handlungsperspektive, aus der heraus das Gros der Linken jüngst über die Oktoberrevolution diskutierte.[1] Dabei fragt er auch nach dem Zusammenhang zwischen den von Marx dargestellten Stadien der Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise und den von ihm vorhergesagten Entwicklungsstufen einer künftigen kommunistischen Gesellschaft. In seiner Kritik am Entwurf des Gothaer Programms der Sozialdemokratie hatte Marx den Gedanken entwickelt, dass erst nach einer von der Diktatur des Proletariats geprägten Übergangsperiode die kommunistische Gesellschaft entstehen könne, die ihrerseits zunächst in jeglicher [...]

Dokumente derInitiative Ostdeutscher und Berliner Betriebsräte,Personalräte und VertrauensleuteMaterialien zur TagungOstwind – Soziale Kämpfegegen Massenentlassungen und Betriebsschließungenin Ostdeutschland 1990 bis 199423. – 24. Juni 2017Berlin, Haus der Demokratie und MenschenrechteZusammengestellt und mit einem Vorwort versehen vonBernd Gehrkefür den AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost-West, 2. Aufl. Berlin 2017. Download

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Stellungnahme des AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost-West zur Erklärung der Redaktion der Zeitschrift Telegraph: „Brandtgefährlich!!!! Kein Podium für Nationalrevolutionäre im Haus der Demokratie und Menschenrechte!“ von AK Geschhte sozialer Bewegungen Ost-West, 07. Juni 2015 Der Arbeitskreis Geschichte sozialer Bewegung Ost-West (AK Geschichte) weist die von der Redaktion der Zeitschrift Telegraph gegen ihn in der o. g. Erklärung erhobenen Vorwürfe aufs Schärfste zurück. Es trifft weder zu, dass der AK Geschichte bei einer dem 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus gewidmeten Veranstaltung einen „Vertreter nationalrevolutionären Denkens“ habe auftreten lassen, noch wurde durch diese Veranstaltung der „antifaschistische Konsens“ im Haus der Demokratie und Menschenrechte (HdDM) verletzt. Ebenso entschieden weist der AK Geschichte die Behauptung der Telegraph-Redaktion zurück, unsere Veranstaltung stünde in irgendeinem [...]

Weihnachtsgruß von Neunundachtziger/innen 25 Jahre nach dem Mauerfall Wir sind das Volk ruft ihr Freiheit Toleranz Welt offen meinte das ’89 Visa frei bis Hawai war die Devise Und: Die Mauer muss weg Ihr aber wollt: Visa frei nur für uns Die Mauer muss weg nur für uns Die Mauer muss her am Mittelmeer 25 Jahre nach Mauerfall Zusehen wollt ihr Wenn die Elenden der Welt An neuen Mauern sterben An euren Mauern Oder ihr dreht euch weg Um in Ruhe Gänsebraten zu essen Und Weihnachtslieder zu singen Jesus hätte gekotzt hätte er euch getroffen Habt ihr euch nie gefragt: Wer liefert die Waffen für die Bürgerkriege Die die Menschen vertreiben Wer hat der Welt den Neoliberalismus aufgezwungen Der sie [...]

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