Widerborstiger Radikaldemokrat nicht nur im Osten. Nachruf für Reinhard Schult

Nur wenige Stunden nach seinem 70. Geburtstag ist Reinhard nach langer, schwerer Krankheit am 26. September 2021 gestorben. Lange Zeit war er im Berliner Sozialforum aktiv, wo er sich u.a. für die Aufklärung der Geheimdienst-Spitzeleien gegen das und innerhalb des Sozialforum engagierte. Als langjähriger, zentraler Akteur der Opposition gegen die SED-Diktatur und für eine freiheitliche, radikal demokratische DDR endete seine Eintreten für Menschen- und Bürgerrechte jedoch nicht mit dem Ende der DDR.

Quelle: Wikipedia/Ebert

Anders, als etliche seiner ehemaligen Mitstreiter:innen bis 1989 blieb er auch nach 1990 in der BRD aktiv im Kampf gegen Rassismus und Ausländer:innen-Feindlichkeit, für Bürgerrechte und gegen Überwachungssaat oder gegen die Kriegseinsätze. Bis an sein Lebensende gab er seine staats- und kapitalismuskritischen Überzeugungen nicht preis; nicht nur im Berliner Sozialforum engagierte er sich gegen den neoliberalen Umbau von Staat und Gesellschaft. Sein Eintreten für eine solidarische und freiheitliche Gesellschaft war von der Bergpredigt ebenso inspiriert wie von den Ideen Rosa Luxemburgs.

Wir werden dich nicht vergessen, Reinhard!

AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost-West

Bernd Gehrke, Willi Hajek, Renate Hürtgentgen

Am 29. Oktober 2021, 12.oo Uhr, findet eine Trauerfeier in der Zionskirché statt

Unter dem Link findet Ihr ein Interview mit Reinhard Schult, dass uns Anne Seeck freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Seine Quelle ist: Anne Seeck (Hg.): Das Begehren, anders zu sein. Politische und Kulturelle Dissidenz von 68 bis zum Scheitern der DDR, Unrast-Verlag Münster 2012, S.105-115

Schult-Interview_Seeck_2012

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