
Ob Rotkäppchen aus Freyburg, das „Saskia“-Mineralwasser von MEG, die Großbäckerei Bonback in Halle, Burger Knäcke, Ditsch, Freiberger oder Hasa: Viele bekannte Marken und erfolgreiche Unternehmen produzieren in Ostdeutschland. Doch die Beschäftigten, die ihren Erfolg tagtäglich erarbeiten, werden noch immer schlechter bezahlt als ihre Kolleginnen und Kollegen im Westen.
Dieser Aufruf wurde durch die Gewerkschaft für Nahrung und Genuss (NGG), Bereich Ost, gestartet und über WeAct! sowie Campact verbreitet. Die kleine Gewerkschaft NGG gehörte in den letzten Jahren zu den kämpferischsten, am häufigsten streikenden und im „Häuserkampf“ erfolgreichsten deutschen Gewerkschaften.
Der AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost-West schließt sich den Forderungen der NGG-Ost nach dem Einreißen der nach wie vor bestehenden Lohnmauer zwischen Ost- und Westdeutschland an. Unterstützt den Kampf der NGG im Osten durch eure Unterschriften und darüber hinaus.
Die Redaktion BLOG Emanzipation & Geschichte
Wir fordern gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit! Noch immer verdienen Beschäftigte im Osten monatlich 500 bis über 1.000 Euro weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen im Westen. Doch nicht nur das: Weniger Lohn heute bedeutet auch weniger Rente im Alter. Mit dieser Ungerechtigkeit muss endlich Schluss sein.
Wir fordern die Arbeitgeber auf: Beenden Sie die Benachteiligung ostdeutscher Beschäftigter und vereinbaren Sie Tarifabschlüsse, die die Lohnlücke zum Westen endlich schließen. Mehr als 35 Jahre nach der deutschen Einheit darf es keine Beschäftigten zweiter Klasse mehr geben.
Schluss mit Unterschieden Ost/West! Schluss mit Beschäftigten 2. Klasse! Gleicher Lohn für gleiche Arbeit! Lohnmauern einreißen! In der Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt und im gesamten Osten!
„Mehr als 35 Jahre nach der deutschen Einheit gibt es keinen nachvollziehbaren Grund, warum Beschäftigte im Osten für die gleiche Arbeit deutlich weniger verdienen sollen als ihre Kolleginnen und Kollegen im Westen. 500 bis über 1.000 Euro weniger Lohn im Monat – das sind jedes Jahr mehrere tausend Euro, die in den Haushaltskassen fehlen. Geld, das für die Familie, den Urlaub, notwendige Anschaffungen oder die Altersvorsorge fehlt. Die Folgen tragen die Beschäftigten ein Leben lang: Wer weniger verdient, bekommt später auch weniger Rente. Aus der Lohnmauer von heute wird die Rentenmauer von morgen.
Die Lohnungerechtigkeit schadet nicht nur den Beschäftigten. Niedrige Löhne bedeuten auch geringere Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen. Gleichzeitig müssen Einkommen immer wieder durch öffentliche Leistungen aufgestockt werden. Während die Unternehmen Personalkosten sparen und Gewinne einfahren, zahlt die Allgemeinheit mit.
Die Beschäftigten schaffen die gleichen Werte, stellen die gleichen Produkte her und tragen gleichermaßen zum Erfolg ihrer Unternehmen bei. Deshalb verdienen sie auch die gleiche Bezahlung und die gleichen Chancen auf ein gutes Leben und eine auskömmliche Rente.
Betroffen sind Unternehmen wie Rotkäppchen in Freyburg oder die Produktionsstandorte der Lidl/Kaufland-Gruppe mit dem Getränkeproduzenten MEG (‚Saskia‘-Mineralwasser) in Leißling, Jessen, Roßbach und der Großbäckerei Bonback in Halle. Dazu weitere Betriebe wie BurgerKnäcke, die Brezelbäckerei von Ditsch, die Pizzahersteller Freiberger und Hasa (Südzucker) und viele mehr. Dabei handelt es sich keineswegs um wirtschaftlich schwache Unternehmen. Viele der betroffenen Betriebe gehören zu erfolgreichen Konzernen, die Jahr für Jahr hohe Umsätze und Gewinne erwirtschaften. Die Produktionsbetriebe von Kaufland und Lidl gehören zur Schwarz-Gruppe des Milliardärs Dieter Schwarz, einem der reichsten Menschen Deutschlands.
Mehr als 35 Jahre nach der deutschen Einheit gibt es keinen nachvollziehbaren Grund mehr, warum Beschäftigte im Osten für die gleiche Arbeit deutlich weniger verdienen sollen als ihre Kolleginnen und Kollegen im Westen. Sie schaffen die gleichen Werte, stellen die gleichen Produkte her und tragen gleichermaßen zum Erfolg ihrer Unternehmen bei. Deshalb verdienen sie auch die gleiche Bezahlung und die gleichen Chancen auf eine Rente, von der sie leben können.
Unterstützt die Beschäftigten der Ernährungswirtschaft in Sachsen-Anhalt und ihre Gewerkschaft NGG in ihrem Kampf gegen die Lohnmauer. Ihr Einsatz steht stellvertretend für viele Beschäftigte in Ostdeutschland, die mehr als 35 Jahre nach dem Mauerfall noch immer nicht gleich bezahlt werden. Gemeinsam können wir ein Zeichen setzen: Gleiche Arbeit verdient gleichen Lohn – in Ost und West.
Solidarität für den Kampf der Beschäftigten in der Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalt.“
Foto: NGG-Ost